Wer oder was ist Hotjar?

Ob Startup oder etablierter Goldesel – jedes Team entwickelt heute data driven und/oder customer centered. Was das nun im Einzelfall genau bedeutet und wie man diesen beiden Entwicklungstreibern gerecht wird, liegt stets im Auge des Managements (oder der PR Abteilung). Fest steht: Es gibt für alles und jeden das passende Tool! Heute stellen wir Euch mal Hotjar vor – ein Startup aus Malta, das versucht, den Einstieg in den Bereich Behavior Analytics zu vereinfachen.

Die üblichen Verdächtigen

Google Analytics Premium, Clicktale, Qualaroo, Formisimo, Crazyegg, Surveymonkey…unterhält man sich über Behavior Analytics, werden früher oder später stets die üblichen Verdächtigen genannt. Ohne ein entsprechendes Budget war es hier in der Vergangenheit insbesondere für kleinere Unternehmen schwierig, verschiedene Erhebungsmethoden in den Arbeitsprozess zu integrieren. Einige der oben genannten Anbieter haben tatsächlich auch für Startups und KMUs vertretbare Pricingpakete im Angebot, bei anderen sprengt ein Jahresvertrag mal locker die 150.000 € Grenze und somit auch das Nervengerüst der hauseigenen Financeabteilung.

Günstig einsteigen

Mittlerweile gibt es jedoch immer mehr Anbieter, die hier ein “umfangreiches” Tracking- und Analysepaket zu fairen Preise versprechen. Hotjar beispielsweise ist ein europäisches Startup mit Sitz in Malta (#Datenschutz), das den Versuch unternimmt, verschiedene trackingbasierte Methoden unter einem Hut zu vereinen. Neben Heat-, Klick- und Scrollmaps, Visitor-Recordings, Funnelanalysen und Formanalysen liefert Hotjar auch ein Toolset für das Ausspielen von Polls, Surveys und Rekrutierungsnudges. Das Pricing ist in den Standardkategorien recht überschaubar:

Hotjar Pricing
Das Pricing ist bei Hotjar durchaus überschaubar

Was man hier je nach Traffic der Webseite beachten sollte: Es handelt sich im Gegensatz zu FullBlown Anbietern wie Clicktale (bis auf das Polling/die Surveymodule) um Samplingpakete. Es ist also bspw. bezüglich der Visitorrecordings kein always-on System, das auch sehr wertvolle retrospektive Analysen zulässt, sondern ein System “auf Bestellung”. Man definiert eine bestimmte Seite/einen Seitentyp anhand der URL sowie die Größe des Samples, je nach Plan zwischen n=100 und n=5000, und lässt diese durchlaufen. Gleiches gilt für die Formanalysen, die Funnelanalysen und die Heat-/Scroll-/Clickmaps. Bisher fehlen auch die gängigen Integrationen zu Google Analytics oder Optimizely (Stand Juni 2016), was sich laut der Roadmap jedoch schon in den kommenden beiden Quartalen ändern soll.

Was kann Hotjar?

Im Grunde deckt Hotjar alles ab, was insbesondere kleineren Unternehmen beim Start in den Bereich Behavior Analytics einen durchaus gewaltigen Sprung nach vorne ermöglichen kann – eine sinnvolle Anwendung vorausgesetzt, aber das steht auf einem anderen Papier. Auf die einzelnen Features wird hier sicherlich noch das ein oder andere Mal eingegangen, daher hier nur mal zur Übersicht eine simple Auflistung:

Heatmaps:

Heatmaps

Funnelanalysen:

Funnel Analyse

Formanalysen:

Form Analyse

Visitor Recordings:

Visitor Recordings

Polls:

Feedback Polls

Surveys:

Fragebögen

Rekrutierungsnudges/Leadgenerierung:

Lead

Bilderquelle: https://www.hotjar.com/

Kurzfazit

Wir nutzen Hotjar zum Businesstarif nun schon seit deren Betaphase und möchten es als Tool nicht mehr missen. Es ist unglaublich hilfreich, bei Auffälligkeiten in der Funnelanalyse mal eben kurz dem User über die Schulter zu schauen – insbesondere die Visitor Recordings sind hier Gold wert. Targeting per Regex, ein paar Minuten/Stunden warten und man kann loslegen. Auf diese Weise haben wir tatsächlich schon eine Menge Bugs ausgespürt, die wir vorher nicht auf dem Radar hatten. Hotjar hilft uns auch dabei, erste Antworten auf Fragen bezüglich der Nutzung, des Flows und des Suchverhaltens zu finden. Natürlich sind auch Heatmaps eine feine Möglichkeit herauszufinden, ob User bspw. an einer Stelle eine Funktion erwarten, wo wir keine implementiert haben (und somit auch nichts tracken!).

Die Formanalyse können wir derzeit noch nicht nutzen, da es (ausschließlich) bei diesem Feature noch keine Möglichkeit gibt, über Regex/Start With Bedingungen zu targeten. Hat man also bspw. UUIDs auf den Formularseiten, kann man stets nur ein einziges Formular testen. Allerdings hat Hotjar das auf der Roadmap, ein besseres Targeting steht daher in den Startlöchern. Die Surveyfunktionen sind gut und sehr einfach zu handhaben – hier sind wir jedoch mit Usabilla und Qualaroo ausgestattet und nutzen die Hotjar Features daher nur bedingt.

Natürlich gibt es auch andere Tools am Markt, die ähnliche Features anbieten (Mouseflow, Luckyorange etc.) oder vieles weitaus besser können (Clicktale). Wir haben fast alles durchevaluiert – und sind schlussendlich bei Hotjar geblieben. Was man hier für sein Geld bekommt, ist mehr als fair.

Wie kann man Hotjar ausprobieren?

Hotjar bietet (Stand Q1 2016) eine ausgiebige Trialphase im Pro Modell, welche nach Ablauf in eine weiterhin vollumfänglich nutzbare free-Version wechselt. Die Implementierung erfolgt denkbar einfach über die Einbindung eines JS Snippets auf Euren Seiten (im einfachsten Fall über den Google Tag Manager).

Wenn Ihr Hotjar ausprobieren wollt, schaut doch einfach hier vorbei. 
Jan
Jan
Autor
Psychologe, Web Analyst, Science Junkie, Star Wars Missionar und Gründer des Blogs

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